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isla margarita - grenada und zurück ...

ehrlich gesagt weiss ich nicht so recht wie ich den dritten teil meiner chronolgie anfangen soll, steht er doch einerseits mit teil eins ...

http://rene-auf-reise.myblog.de/rene-auf-reise/art/7238912/piraten-der-karibik 

und dem unvollendeten teil zwei ...

http://rene-auf-reise.myblog.de/rene-auf-reise/art/7332164/eine-reise-mit-dr-jekyll-mr-hyde

in enger beziehung ! hat aber anderseits seinen ganz besonderen verlauf mit unerwartetem ausgang ...

prolog und nachtrag : wir segelten damals von tobago mit ziel grenada morgens zeitig los, der skipper war im rausch, wie immer. fast 24 stunden später, nach einer durchsegelten nacht und einer distanz von 80 seemeilen trieb das boot vor der küste grenada´s sich selbst überlassen vor sich hin, die segel flatterten und der skipper schlief im vollrausch hinter dem steuer ...

ein paar tage wollte er ranhängen und die grenadinen, insel für insel erkunden, ... ich sei eingeladen ... waren seine worte aber es stank mir eh schon zu lange und jegliche lust auf mehr zeit als nötig an bord dieses schiffes und mit besagtem skipper waren mir eine horrorvorstellung. ich riß kurzerhand und knapp vor dem ziel das ruder rum, steckte den kurs nach margarita ab und segelte zurück in richtung margarita. es verging einige zeit bis der skipper erwachte und realisierte das der kurs nicht stimmte, für ihn jedenfalls nicht.

nach alldem erlebten war mein interesse an weiterem kontakt mit karl-heinz gleich null. eines tages im vergangenen jahr meldete er sich bei mir und fragte versöhnlich ob ich zeit hätte ihm bei einigen arbeiten an der veleta zu helfen. geld stinkt ja nicht und an land könnte ich ihm zur not den rücken kehren falls er sich wieder daneben benimmt, dachte ich mir und sagte zu. die arbeitseinsätze am schiff wiederholten sich mehrere male und wurden gut vergütet. bloß auf die frage ob ich mit ihm das schiff abermals überführen würde mußte ich ihn leider enttäuschen, nein ...

3. teil einer chronik

vor 3-4 monaten erhielt ich durch den buschfunk dann die information das skipper karl-heinz trocken sei; von einem zum anderen tag aufgehört hat zu trinken ...

es war wohl seine einzige chance zum überleben, und bis heute ist er sich dessen nicht sicher. als ich ihn dann aufsuchte traf ich ihn in einem kritischen zustand an, sein bauch war aufgebläht und sah aus wie der einer schwangeren im 9-ten monat, seine beine waren unterhalb der knie dick angeschwollen und rotbläulich angelaufen; ein erbärmlicher anblick ...

in den darauffolgenden wochen arbeitete ich wieder einige tage auf der werft in chacachacare an der veleta, ihr visa für venezuela war fast abgelaufen, die deutschen besitzer wollten im mai in die karibik kommen um einen letzten törn in richtung martinque zu machen bevor das schiff verkauft werden sollte ... 

fast flehend bat er mich nocheinmal mitzusegeln, anfangs antwortete ich noch zögerlich, hatte dann aber doch lust und weniger bedenken mit dem nun trockenen skipper klarzukommen ...

am mittwoch dem 8. mai ging es um acht uhr morgens los auf die 160 seemeilen lange fahrt. der wind bliess uns direkt ins gesicht und das sollte sich bis grenada nicht ändern. nach knapp 55 stunden unter motor erreichten wir dann die port louis marina in st. george´s /grenada.

http://portlouisgrenada.com

bei sooo.... viel luxus waren die strapazen der langen überfahrt unter motor schnell vergessen. mit dem skipper gab es keinerlei größere probleme außer das er sich beim anlegemanöver reichlich blamierte obwohl es keine beseren bedingungen zum anlegen hätte geben können. ich mimte während der hafenrunden den getreuen matrosen und überließ karl-heinz diese hafenshow ...

grenada ist eine reise wert, wenn auch teuer ... zumindest im gegensatz zu margarita. ein halber liter bier steht mit 2,5 dollar zu buche und das wiener schnitzel im "schnitzelhaus" hat auch seinen deutschen preis ...

www.schnitzelhausgrenada.com

der berliner wirt namens georg wechselte mir einige euro und somit konnte ich auf seinem balkon das bier und den hafenblick genießen. dollar mitzunehmen ist auf den westindischen inseln von vorteil, der euro ist den menschen dort fremd und man kann ihn nur auf der bank umrubeln ...

ich habe eine intersssante unterhaltung mit georg und seiner frau, sie erzählen mir das der tourismus auf grenada rückläufig ist, die condor nur noch einmal die woche kommt und die all inclusive hotels ausserhalb der saison mit rabatten bis zu 50% locken. die weltweite wirtschaftskrise spiegelt sich eben nicht nur auf isla margarita wider. die einheimische bevölkerung verbringt die abendstunden zwar auf der straße welche die ganze bucht umspannt, haben aber das geld für einen restaurantbesuch nicht. georg und seine frau schließen ihr lokal daher spätestens abends um acht ...

95 % der bevölkerung sind mehr oder weniger dunkelhäutig, abstammung afrikanischer sklaven. der einfluß des british empire ist allgegenwärtig, die berühmten roten telefonzellen am hafen sind zwar ausgeweidet stehen aber symbolisch für die koloniale vergangenheit, die english/us-amerikanische fastfoot kultur ist omnipräsent und formt die körper der menschen und ihren geist ?

überall sieht man rastafaris (Einige Rastafaris tragen Dreadlocks und ungestutzte Bärte als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit Gott. Die Dreadlocks sind außerdem ein Symbol für Naturverbundenheit und erinnern an die Mähne des Löwen von Juda. Sie wurden ebenfalls als Symbol der Abgrenzung zu der westlichen Ästhetik der „weißen Unterdrücker“ und somit als Zeichen des Widerstands verstanden. Einige Rastafaris haben auch das Gelübde des Nasiräers abgelegt, was die charakteristischen Dreadlocks und die langen Bärte zur Folge hat. quelle: wikipedia) und der geruch von marihuana schwängert die luft von st. george´s ...

ich entdecke die stadt während karl-heinz das boot neu entdeckt, auf der überfahrt sind mehrere gravierende mängel am schiff aufgetreten und diese muß er nun kosmetisch beseitigen, die neuen besitzer tun mir schon heute leid.

ich mache einen spaziergang und genieße das pure leben, nur ein problem habe ich ... ich spreche kein english und mir kommt alles spanisch vor   ich fühle mich beim wirt des schnitzelhauses zwar sehr wohl aber meine umgetauschten euro sind schnell aufgebraucht ... egal, morgen ist sonntag der 12. und ich fliege zurück auf meine insel ...

bevor es für mich zurückgeht werde ich karl-heinz noch ein wenig an meinen entdeckungen teilhaben lassen. wir nutzen das schlauchboot um direkt im zentrum von st. george´s an land zu gehen. sonntagmorgen und es herrscht fast totenstille in der city. wir passieren den kürzeren der möglichen wege hin zum marktplatz ... durch einen engen tunnel der eigentlich für autos vorgesehen ist. am anderen ende des tunnels erscheint uns zwar licht aber dafür ist alles menschenleer wo ich tags zuvor noch reges treiben genießen konnte. hier ist der sonntag noch ein heiliger tag und man trifft sich in der kirche. die männer tragen weiße hemden und krawatte, die frauen ihre schickesten kleider und hochhackige schuhe ...

zurück am schlauchboot und diesmal nicht durch den tunnel sondern über den berg erleben wir doch noch wahres leben in der stadt, ein partydampfer füllt sich gegen mittag mit partyvolk. der dj macht seine mugge gut, mädels tanzen erotisch und die schlange vor der gangway reißt nicht ab ... jene welche sich diesen event wohl nicht leisten können verbleiben eben an land und ein hauch von mariuhana umhüllt meine nase

und jetzt folgt der zweite teil des 3. teiles der chronik ... chronologisch, versteht sich ...

16:40 steige ich in mein flughafentaxi was mich in weniger als 15 minuten und zu einem stolzen preis von 20 us-dollar zum maurice bishop international airport bringt +++ 16:55 stehe ich in der menschenleeren eingangshalle, keine anzeige deutet daraufhin das ein flug der "conviasa" um 18:20 geht und ich gehe wieder vor die tür um in der sonne meine letzten eastcarribean dollar auszugeben +++ 17:40 gehe ich zurück zum schalter, checke nur mit handgepäck ein, erhalte meinen boarding pass mit aufgeruckter abflugzeit 18:20 +++ 17:50 nach absolvierung der pass- und personenkontrolle stehe ich in der menschenleeren abflughalle, als plötzlich selbige dame welche mir soeben noch die bordkarte in die hand gedrückt und mir gute reise gewünscht hat, und bittet mich ihr zu folgen ... den ganzen weg zurück ! +++ 17:55 sie erklärt mir nun das die maschine schon vor einiger zeit abgeflogen ist +++ 18:10 und nach einigen unverständlichen diskussionen in spanglish werde ich mit dem personaltransport mit zurück nach st. george´s genommen +++ 18:30 stehe ich am heck der veleta und überrasche oder erschrecke karl-heinz ...

montag 13. mai +++ 7:30 mache ich mich erneut auf die reise, diesmal mit einem sammeltaxi und zur ticketagentur +++ 8:30 stoße ich wieder an meine grenzen, die für die venzolanische "conviasa" arbeitende agentin versteht mich nicht, ich sie auch nur in bruchstücken +++ 8:45 eine weitere mitarbeiterin trifft ein und wir einigen uns das ich nicht bis freitag warten muß um mit dem vorhandenen ticket zurückzufliegen, alternativ könnte ich heute bis trinidad und weiter nach porlamar fliegen. nur müsste ich das ticket nach trinidad bezahlen. ich beteuere kein bargeld und auch keine kreditkarte zu besitzen und fahre zurück nach karl-heinz +++ 10:30 steigen wir ins schlauchboot um an anderen ende der bucht den geldautomaten anzuzapfen +++ 10:50 steige ich wieder in ein sammeltaxi und fahre zurück zur agentur +++ 11:10 man stellt mir ein ticket nach trinidad aus und versichert mir das ich dort beim conviasa schalter nur das alte grenada-porlamar in ein neues trinidad-porlamar umtauschen könne, ohne kosten +++ 13:25 startet planmäßig die liat-airline mit mir an bord +++ 14.05 landung in trinidad, mache mich gleich auf zum check-in bei der conviasa...

nun potenziert sich das unglück auch noch, die maschine flog aufgrund eines defektes in porlamar garnicht erst los, neuer abflugtermin von trinidad: dienstag 14. mai zur gleichen zeit. wer nun ein ticket in der hand hält genießt die vollen fluggastrechte, hotel, verpflegung etc.

14. mai +++ 14:30 check-in, selbige dame der conviasa erklärt mir nun, da sie heute mehr zeit hat, daß ich ein ticket kaufen müsse, es keine umwandlung gäbe und ich mir mein grenada ticket in venezuela zurückerstatten lassen könne ... soviel konjunktiv ist selbst mir befremdlich. ich flehe sie an mir zu helfen, ein großes herz zu zeigen ... kein erbarmen ist zu erwarten, im gegenteil muß ich mir den spruch anhören "wer keine kohle hat muß eben zu hause bleiben" +++ 15:30 ich will nicht noch eine nacht auf dem flughafen schlafen und kämpfe weiter, rufe die imigration an, rede mit der flughafenbehörde und letztlich verbindet man mich mit der deutschen botschaft. ich schildere meine lage, kein geld, keine kreditkarte, kein ticket ... 10 minuten später ruft die botschaftsdame zurück und sagt ... tut mir leid ! lange schon tu mir alles leid, das man mensch nur ist wenn man besitzt ! selbst auf die frage nach einem cybercafé bekomme ich die antwort: wir haben hier auf dem airport WLAN ... ich aber weder laptop, tablet noch iphone ... ich bewege mich nunmehr ausserhalb dieser gesellschaft +++ 17:00 die maschine nach venezuela ist weg und mir steht noch eine ungewisse nacht bevor. im tourismusbüro steht der einzige computer den man mal für 15 min umsonst benutzen kann. ich checke die möglichkeiten über western union an bargeld zu kommen, ticketpreise bei billiganbietern und immer wieder über faceb... mit irgendjemanden kontakt aufzunehmen der mir helfen könnte ...

dann die beste idee aller zeiten ... ( hatte ich auch der dt. botschaft angeboten ) ich benötige jemanden der mir geld geben könnte, dem ich es zuvor auf ein deutsches konto überweisen würde +++ 18:15 sitze ich im bus nach port of spain/downtown zum bustermial, dort steige ich um in die linie 9 nach chagaruamas +++ 19:30 ich weiss nicht einmal wohin die reise gehen soll, nur eine marina ist das ziel und davon gibt es in chagaruamas 20 km westlich von downtown einige +++ 20:00 der busfahrer läßt mich dort aussteigen wo es viele segelboote gibt. ich gehe in die erste marina, gucke und frage nach deutschen seglern ... zweite marina dasselbe. ungefähr 300 meter weiter entlang der straße gibt es eine weitere marina namens  "power boats" +++ 20:30 ich betrete die hafenkneipe und frage erneut nach deutschen und bin dem verzweifeln nahe ... ich suche ein klo und eine dusche und werde fündig.  inmitten von hunderten aufgebockten segelyachten steht mein nächtliches domizil, ein sanitärhäuschen ... mit klo, dusche und einer bank zu schlafen +++ 20:50 nachdem ich nun endlich wichtiges verrichtet und geduscht habe nehme ich stimmen wahr ( jetzt nix schlimmes denken )

ich klopfe vorsichtig an den rumpf eines schiffes von dem es sowohl deutsch als auch spanisch tönt ... und werde herein bzw. herauf gebeten +++ 21:00 sitze ich an bord einer najad 390 und skipper joachim und seinen freunden gegenüber. ich schildere so kurz wie möglich meine schicksalhafte lage und komme zum wesentlichen, ich brauche geld !

man stattet mich noch mit polsterauflagen und einem kissen aus so das die nacht auf der holzbank zu einem erholsamen erlebnis wird. in der nacht leuchtet mir der strahl einer taschenlampe ins gesicht, nachdem ich mich erklärt hatte zieht der wachschutz weiter ... 

15. mai +++ 7:00 ist die nacht vorbei, es folgt das morgendliche frischmachen und dann geht´s aufs boot von joachim +++ 7:30 ich erhalte einen super café und eine stück landestypischen kuchen und überweise ihm online 200 euro auf sein konto. dann gibt er mir den gegenwert in tt dollar, ungefähr 1650 und ich bin wieder solvent ... das ticket soll mich später 1150 kosten +++ 8:30 stehe ich an der strasse, nicht nur das die busse im gegensatz zu margarita nur an haltestellen anhalten, man braucht obendrein vor dem einsteigen auch noch ein ticket. ich bekomme hier weit vor den toren der stadt kein ticket und eine haltestelle ist auch nicht in sicht. man erwähnte aber es gäbe sogenannte maxi-taxi und einen solches halte ich dann an. für ein paar tt dollar mehr bin ich dann aber recht schnell wieder in der stadt, nehme den bus zum flughafen und habe noch viel zeit bis zum abflug.

port of spain hat ausser dem charme der vielen schwarzen mädchen nicht viel was mich begeistern könnte. die esskultur ist unter aller kanone, die fastfood ketten reihen sich aneinander ... frittiertes undefinierbares gepresstes hühnerfleisch mit pommes und mayonaise bei kfc ... nescafé bei subway ...  und alles teuer. dieses angebot überzieht die ganze insel und ist nicht nur am airport vertreten, küche nach amerikanischer art eben ...

aber ! ausserhalb des flughafens gibt es eine anlage mit kiosken wo man auch gut und preiswert essen kann, alles individuell und mit liebe zubereitet. hühnchen in soya-honigsoße mit yucca, kartoffelsalat, gemischten salat und bohnen 30 tt dollar ... und satt !

zuguterletzt ... besteige ich den flieger der conviasa in trinidad mit ziel porlamar. und wieder ... erfolgt der abflug eine halbe stunde früher als ausgewiesen. bisher hatte ich immer probleme mit den verspätungen der bananenfliger ... in zukunft muß ich wohl umdenken und schon 3 stunden früher am flughafen sein, auch wenn die flugzeit gerade mal weniger als eine stunde dauert ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

27.5.13 02:00
 


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